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Katharina Sieverding: Maton Solarisation

Katharina Sieverding. Edition für das Handelsblatt.

Das Handelsblatt präsentiert eine neue Kunstedition mit Katharina Sieverding! In der aus 120 Selbstporträts bestehenden Arbeit von Katharina Sieverding geht es um Fragen nach Subjekt und Objekt in der Kunst. Der Titel „Maton“ leitet sich vom französischen „Photomaton” ab, einer Marke für Passbildautomaten. Die Künstlerin inszeniert sich selbst und variiert ihr eigenes Porträt. Alle Fotografien entstanden in Passbildautomaten und sind ins Negative verkehrt. Solche Solarisations-Effekte entstehen durch Überbelichtungen. Sieverding setzte das Schwarz-Weiß der Umkehrung bewusst ein, um Geschlecht, Alter und Hautfarbe zu verfremden.

MATON SOLARISATION 1969-72:

  • Titel: MATON SOLARISATION 1969-72
  • Technik: Archival Print auf Hahnemühle Fine Art Papier - William Turner 310 g/m
  • Blattmaß: DIN A2 (42 x 59,4 cm)
  • Bildmaß: 38 x 53,7 cm
  • Auflage: 25 + 5
  • Signatur: signiert & nummeriert
  • Druck: Cymbolic Printers, Düsseldorf 2018

Der Handelsblatt Vorteilspreis beträgt 1.250 €.

Zu den Werken von Katharina Sieverding

Sieverdings nah heran gezoomten Selbstporträts sind als permanente Selbstbefragungen zu verstehen, aber zugleich wirken sie auch de-personalisiert. „Das Ausgangsmaterial für alle Porträt-Arbeiten sind Pass-Fotos der 60er- und 70er-Jahre. Es geht um Reproduktion, Transformation, Transfiguration der Identität, erläutert Sieverding.“

Aktuell ist in Düsseldorf ihre große Fotoarbeit „Maton Solarisation“ in der Ausstellung „Black & White“ im Museum Kunstpalast zu sehen. Für Felix Krämer, Generaldirektor des Museum Kunstpalast hat „Katharina Sieverding die Grenzen der Fotografie radikal gesprengt. Die gesellschaftliche und politische Bedeutung von Kunst wird durch ihr medial vielseitiges Werk unterstrichen und gestärkt. Nicht mehr wegzudenken aus der Kunstgeschichte sind ihre Untersuchungen zu den Themenfeldern Identität und Geschlecht. Für mich ist Sieverding nicht nur eine der wichtigsten deutschen Künstlerinnen, sondern auch eine der spannendsten.“ 

Die Künstlerin. Katharina Sieverding.

Katharina Sieverding gilt als Pionierin der Fotokunst. Seit den frühen 1970er-Jahren arbeitet sie mit Großformaten und setzt, häufig in seriellen Arbeiten, ihr extrem vergrößertes und auf vielfältigste Weise manipuliertes Selbstporträt ein.
Bis heute sind die politischen Statements ein immer wiederkehrender Themenkomplex. „Es geht nicht um politische Stoßrichtung oder eigene Positionierung, sondern um den Multilayering–Prozess“, sagt die Künstlerin. 
Berühmt wurde etwa ihre Arbeit „Deutschland wird deutscher“ von 1992, als in Rostock Flüchtlingsheime brannten und Sieverding visionär brisante heutige Probleme antizipierte und damit damals schon extrem polarisierte. Ihr Umgang mit Text ist lakonisch und treffsicher. 
Eine weitere ästhetische Grundkonstante ihres Werks ist das Foto-Großformat, dabei geht es ihr um die unmittelbare Auseinandersetzung: „Der oder die Betrachter/in können sich Life-Size in den Bildraum imaginieren und mobilisieren. Somit ermöglicht das Format eine Auseinandersetzung von Kopf bis Fuß mit dem den Menschen bedrohenden technologischen, nuklearen und logarithmischen Fortschritt in die Zukunft.“

Erscheinungstermin
13.04.2018