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Jörg Immendorff - Ohne Titel 2000

Jörg Immendorff

Zehn Jahre nach dem Tod von Jörg Immendorff entdeckt die internationale Kunstlandschaft diesen Ausnamekünstler in zahlreichen, ihm gewidmeten Ausstellungen wieder. Zusätzlich wird im Herbst 2018 eine umfangreiche Retrospektive im Haus der Kunst in München einen themenübergreifenden Einblick in sein außergewöhnliches Gesamtwerk geben. In Erinnerung an Immendorff  präsentiert das Handelsblatt nun vier exklusive grafische Arbeiten des deutschen Künstlers.

Der am 14. Juni 1945 geborene Künstler zählt heute zu den prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegs-Kunstgeschichte. In den späten 60er Jahren machte er durch neodadaistische Aktionen Furore. Er malte – im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Malern, die sich nach 1945 der gegenstandslosen Kunst zuwandten – schon früh, Anfang der 70er Jahre, gegenständliche Bilder mit politisch-gesellschaftskritischen Inhalten. Schließlich wurde Immendorff zum Vertreter einer neuen Historienmalerei in Deutschland.

Immendorff entwickelte ein geradezu visionäres Gespür für gesellschaftliche Themen und Entwicklungen. In gemeinsamen Arbeiten mit dem damals noch in der DDR lebenden Künstler A.R. Penck begann er 1976 die deutsch-deutsche Frage zu thematisieren. Das Oeuvre Jörg Immendorffs umfasst neben der Malerei, Zeichnung, Bildhauerei und der vielgestaltigen Grafik auch Bühnenbilder und Kostümentwürfe, Illustrationen für Bücher, Cover und Plakate, Objekte und vieles mehr.

Der in Düsseldorf ansässige Künstler empfand eine große Lust an der Realisierung grafischer Arbeiten. In diesen konnte er in aller Freiheit mit diversen Techniken umgehen. Farben und Formen variieren, hierdurch seinen Bildthemen neue Impulse geben. Das 2006 publizierte Werkverzeichnis der Grafik offenbart die imposante Farb- und Formenwelt der über 200 Lithografien, Linol- und Holzschnitte sowie Siebdrucke.

1989 erhielt der in Bleckede geborene Künstler eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main, ab 1996 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Immendorff porträtierte Gerhard Schröder für die Kanzlergalerie im Bundeskanzleramt und illustrierte die BILD-Bibel, die deren Chefredakteur Kai Diekmann 2006 auf der Leipziger Buchmesse präsentierte.

Seine späten Jahre, in denen konkrete politische Themen zugunsten einer vieldeutigen und stärker von der Kunstgeschichte inspirierten Bildsprache in der Hintergrund traten, waren geprägt vom Kampf gegen das Nervenleiden ALS, an dem er 2007 mit 61 Jahren starb.

Immendorffs Arbeiten sind in bedeutenden Sammlungen wie das Museum Ludwig (Köln), Pinakothek der Moderne (München), Centre Pompidou (Paris), Museum der Moderne (Salzburg), Kunsthaus Zürich (Zürich), Van Abbemuseum (Eindhoven), Art Institute of Chicago (Chicago), MOCA (Los Angeles) oder der Tate Britain (London) vertreten.

Die Edition.

Ohne Titel 2000

  • Titel: Ohne Titel
  • Entstehungsjahr: 2000
  • Technik: Siebdruck, 7 Farben
  • Größe: 106,5 x 79,5 cm
  • Auflage: 100 Exemplare
  • Verfügbarkeit: 10 Exemplare
  • Signatur: I. u. nummeriert, r.u. Immendorff 01

Der Handelsblatt Exklusivpreis beträgt 1.950 €

Ein Reiter mit Pferd springt hinter einer mächtigen deutschen Eiche her, dabei hält der Reiter die Hände in die Luft und vertraut instinktiv seinem treuen, tierischen Weggefährten. Die monumentale im Mittelpunkt prangender Eiche ist ein Verweis auf Immendorffs großes Thema „Deutschland“, dass er in der in Riesa (Sachsen) realisierten 25 m hohen Skulptur „Elbquelle“ von 1999 bereits verewigt hat. Der Künstler zitiert sowohl bei der Skulptur als auch bei der Grafik die Bildwelt des großen Malers der Romantik Caspar David Friedrich. Die Idealisierung der Landschaft als Abbild des göttlichen Wirkens, das unerschütterliche Standhalten des Baumes, die Eiche als Sinnbild des Deutschen. Gleichzeitig bilden Reiter und Pferd eine Allegorie zum Unbewussten und zum instinktiven Wissen. Während das Tier rein emotional handelt, versucht der Reiter das Pferd durch seinen Verstand zu führen und zu kontrollieren. Sowohl die Eiche als auch das Pferd sind immer wiederkehrende Motive in Immendorffs Gesamtwerk. Die Grafik ist am Anfang seiner ALS Erkrankung entstanden und weist die ersten Veränderungen in seinem Werk auf, die u.a. aus dem gezwungenen Wechsel von der rechten Malerhand zur linken resultierten. Somit leitet sie durch ihre symbolischen Bildsignets über zu einer neuen Formensprache - zu einem neuen Werkabschnitt.

Die exklusiv beim Handelsblatt angebotenen Werke befinden sich in einem erstklassigen Zustand: Wurden sie zuvor noch nicht gerahmt und direkt vom Verleger und Herausgeber von Immendorffs druckgrafischen Werk bezogen. In Kooperation mit dem Kunstverlag Till Breckner bietet das Handelsblatt Ihnen die Grafik zu einem Vorteilspreis von 1.950 EUR (Regulärer Preis 2.300 EUR) an. Als Kauf zählt der Eingang der Bestellung. 

Erscheinungstermin
08.12.2017